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Im Dezember 1915 wird an der Königsallee das erste von der Stadt Bochum betriebene Theater eröffnet. Während des Ersten Weltkrieges gastierten dort die städtischen Bühnen aus Düsseldorf und Essen. Nach Gründung der Duisburger Oper am 25. September 1921 schließt die Stadt Bochum mit Duisburg einen Vertrag, wonach die Schauspielaufführungen vom Schauspielhaus Bochum nach Duisburg und gleichzeitig musikalische Aufführungen der Duisburger Oper nach Bochum übernommen werden. Der gemeinsame Generalintendant beider Häuser war Professor Saladin Schmitt. Unter ihm machte sich das Theater schon bald als Shakespeare-Bühne einen Namen, die sich auch konsequent mit den deutschen Klassikern auseinandersetzte. Zu den Stars des Bochumer Ensembles dieser Zeit gehörten Gisela Uhlen und Horst Caspar. Zum Ende der Spielzeit 1934/35 wird die Theatergemeinschaft mit Duisburg beendet. Bei einem Luftangriff am 4. November 1944 fast völlig zerstört, entstand auf den alten Fundamenten bis zum Herbst 1953 das heutige Bochumer Schauspielhaus nach den Entwürfen des Architekten Gerhard Graubner. In den acht Jahren von 1945 bis zum Wiederaufbau wurde im Stadtpark-Restaurant im Stadtpark Bochum gespielt. Nach Graubners Plänen entstanden zudem in direkter Nachbarschaft des Schauspielhauses auf dem Gelände von Haus Rechen die Kammerspiele, die im Oktober 1966 eröffnet wurden. Intendant Hans Schalla etablierte in den 1950er und 1960er Jahren Stücke moderner Autoren wie Sartre oder Beckett am Haus. Ihm folgte Peter Zadek, in dessen Zeit unter anderem Rainer Werner Fassbinder regelmäßiger Gast war. Seine Blütezeit erreichte das Schauspielhaus unter der Intendanz von Claus Peymann Anfang der 80er Jahre. Sein Bochumer Ensemble mit Stars wie Gert Voss, Kirsten Dene oder Traugott Buhre galt als innovativstes Theater der Bundesrepublik. Auch Peymann setzte einen Schwerpunkt auf Uraufführung zeitgenössischer Autoren wie Thomas Bernhard, Heiner Müller oder Peter Turrini. Nach Peymanns Abschied zum Burgtheater Wien übernahm 1986 Frank-Patrick Steckel den Direktorenposten an der Königsallee. Er prägte ein eher nachdenkliches, weniger effektvolles Theater und brachte Regisseure wie Andrea Breth und Jürgen Gosch zum ersten Mal nach Bochum. 1995 kam Leander Haußmann als damals jüngster Intendant Deutschlands an die Bühne. Er strebte zusammen mit seinen Regiekollegen Jürgen Kruse und Dimiter Gotscheff, in bewusstem Kontrast zu seinem Vorgänger, ein lautes, „spaßiges“ Theater an und begeisterte auch ein jüngeres Publikum. Ihm folgte im Jahr 2000 Matthias Hartmann, der in Bochum seine erste Intendanz übernahm. Hartmann gelangen in seiner Amtszeit ebenso öffentlichkeitswirksame Coups wie die Verpflichtung von Harald Schmidt als auch weithin gefeierte Inszenierungen. Von Fachzeitschriften wurde das Schauspielhaus Bochum mehrfach als eine der besten deutschsprachigen Bühnen seiner Zeit ausgezeichnet. 2005 verließ Hartmann Bochum und wurde Intendant des Zürcher Schauspielhauses. In den Jahren 2005-2010 übernahm Elmar Goerden, ehemaliger Oberspielleiter des Bayerischen Staatsschauspiels, die Intendanz des Schauspielhauses Bochum. Als Intendant trat Goerden mit einem Spielplan an, der Ernsthaftigkeit versprach und Konzentration auf die alten und neuen Klassiker. Goerden arbeitete in Bochum unter anderem mit den Regisseuren Dieter Giesing, Wilfried Minks, Tina Lanik und Jorinde Dröse. Seit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ist Anselm Weber Intendant des Schauspielhauses. Er lädt Künstler nicht nur aus dem Ruhrgebiet und aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland nach Bochum ein. Sie bringen ihre ganz eigenen Geschichten mit und ihren besondern Blick: auf die Zukunft, auf Deutschland und auf das, was sie in der Region vorfinden. Gemeinsam mit dem Ensemble des Schauspielhauses Bochum erzählen sie von dem, was das Zusammenleben ausmacht. Das Junge Schauspielhaus unter der Leitung von Martina van Boxen ist ebenfalls ein Ort der Begegnung, Kommunikation und Kreativität – mit Workshops, Jugendclubs und Regiewerkstätten in den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Medien und Literatur. Die Intendanten: Saladin Schmitt (1919-1949) Hans Schalla (1949-1972) Peter Zadek & Direktorium (1972-1979) Claus Peymann (1979-1986) Frank-Patrick Steckel (1986-1995) Leander Haußmann (1995-2000) Matthias Hartmann (2000-2005) Elmar Goerden (2005-2010) Anselm Weber (ab 2010) Weitergehende Informationen und Details über das Schauspielhaus oder über die ehemaligen Intendanten können im Bochumer Stadtarchiv (www.bochum.de/stadtarchiv) recherchiert werden. Schriftliche Anfragen senden Sie bitte an das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, 44789 Bochum oder per Email an: stadtarchiv@bochum.de. Ihre Ansprechpartnerin dort ist Frau Ursula Jennemann-Henke M.A., Bereich Theatergeschichtliche Sammlung. |


